1. Stellverteter: Daniel Hanschmidt
2. Stellverteter (Marketing): Stehpan Müller
Q: Herr Reich wir gratulieren Ihnen zur Wahl als Vorsitzender der Ice Pilots oder sollen wir Präsident sagen ?
A: Besten Dank, das können Sie halten wie Sie möchten. Ich dachte schon Sie fragen: "Warum tun Sie sich das an ?".
Q: Warum ... ?
A: Sicherlich war es so, dass die Zahl der Mitbewerber stark gegen Null konvergierte. Aber für mich sind die Ice Pilots das Beste, dass mir in den letzten Jahren begegnet ist. Da musste ich nicht wirklich lange überlegen, um einzuspringen.
Q: Und trauen Sie sich es auch zu ?
A: Die Frage ist berechtigt. Nicht umsonst gehen die anderen Dresdner Mannschaften nicht den Weg als selbständiger Verein. Es wird sicherlich nicht einfach für mich, dieses Amt mit Familie, Beruf, anderen öffentlichen Engagements und sowie weiteren Hobbies zu koordinieren. Aber ich durfte ja schon 2 Jahre als Stellverteter üben und weiß einen erfahren Vorstand an meiner Seite. Darüber hinaus agiert bei uns die sportliche Leitung (Sportdirektor, Trainer, Co-Trainer und Captain) autark. Dazu kommen Webmaster und Zeugwart. Also Sie sehen, wir sind breit aufgestellt und, ganz nebenbei, der Verein ist wirtschaftlich gesund.
Q: Worin sehen Sie inhaltlich die größte Herausforderung an Ihre Arbeit?
A: Zunächst einmal geht es darum, den Fortbestand des Vereins zu sichern. Ein Eishockeyverein braucht wenigstens eine feste Eiszeit in der Woche. Dieses Jahr wäre es damit fast für uns geschehen gewesen. Bei der ansonsten guten Zusammenarbeit mit dem Sportstätten- und Bäderbetrieb scheint es trotzdem so, als ob Freizeiteishockey in der Stadt noch nicht als integraler Bestandteil des Umfelds um die Profimannschaft der Eislöwen wahrgenommen wird. Wir werden an der hinteren Kante der "Eiszeit-Nahrungskette" angesiedelt, obwohl es kaum einen Spieler gibt, der nicht Ordner, Kampfrichter, Vater eines Junglöwen, Sponsor oder zahlender Fan ist. Da spreche ich für alle 4 Freizeitmannschaften (Altlöwen, Prellböcke, Frösche und Ice Pilots), für die als Protagonisten des Dresdner Eishockeys schon je eine unattraktive Resteiszeit übrig sein sollte. Die Probelmatik der Rollkunstläufer zeigt uns aber, das wir nicht die einzigen Mißverstandenen sind.
Q: Reine Existenzsicherung ist das nicht ein bisschen wenig als Vision ?
A: Sie wissen ja, wer Visionen hat soll zum Arzt gehen. Nein im Ernst: Im Vordergrund sehe ich die grundlegende Ausrichtung des Vereins. Es gilt vor allem, die richtige Balance zwischen der Tradition als Eventteam, den sportlichen Ambitionen sowie dem einfachen Spaß am Eishockeysport zu finden. Das Ganze vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Prozesse, die wir als Verein aus erster Hand erleben. Glücklicherweise können wir als Großstadteam den wirtschaftlich motivierten "Player-Drain" in den Südenwesten ganz gut ausgleichen, aber genau genommen ist der Wandel die einzige Konstante.
Q: Wie wollen Sie trotzdem die Unverwechselbarkeit der Ice Pilots stärken ?
A: Zunächst einmal mit dem was wir hier gerade tun: Mit der Verbesserung der Medienarbeit und zwar das nicht als Selbstzweck. Als Initiator der Hobbyliga "Dorfteichliga" sehe ich uns in besonderer Verantwortung, nicht nur für den Fortbestand sondern die Erhöhung ihrer Attraktivität zu sorgen. Wir müssen mit dem kompletten Paket aus sportlicher Leistung, Events, Medienarbeit und Merchandising für unsere eigene Identität sorgen. Wir halten es für wichtig, wenn das auch andere Vereine tun. Die Liga hat nicht viel von ständig wechselnden Saisonteams, sondern braucht starke Marken wie z.B. die White Sharks Hennersdorf, die leicht 3-stellige Zuschauerzahlen anlocken. Besonderes Augenmerk liegt auf unserem Saisonhöhepunkt: Dem Dresdner Hobby Hockey Cup (DHHC). Er wird wieder in der ersten Februarwoche stattfinden. Wir bemühen uns dafür um internationale Teams aus Dresdner Partnerstädten.
Q: Die Dorfteichliga ist nicht unumstritten. Es gibt Vereine, die nicht mehr mitspielen !
A: Ich finde Falk Staudler und Andreas Urban leisten eine sehr gute Arbeit. Aber es gibt einen generellen Trend, nicht nur im Hobbyeishockey, die man am besten mit "Acceleration" umschreibt. Damit ist die nichtlineare Entwicklung des Leistungsvermögens der Mannschaften gemeint. Wenn man auf niedrigem Niveau beginnt, gibt es nunmal eine Menge Stellschrauben zur Leistungssteigerung und es liegt in der Natur des Menschen, diese zu nutzen. Kontingentregeln hin- oder her, irgendwann hat man dann seine Wunschspieler dabei. So laufen dann in der Extra-DTL auch mal ehemalige 2.-Ligaspieler auf, Spieler die 4 mal wöchentlich trainieren, oder ganze Teams ohne jeden Anfänger. Wenn man da heute eine gute Rolle spielen will, sollte man am besten 10 Jahre Eishockey in den Beinen haben. Aber jeder muß sehen, wie er damit umgeht. Schauen Sie sich "Die Players Liga" (DPL, Mannheim) an, hier hatte der letztjährige Meister einige US-College-Boys dabei. Da haben wir noch etwas Luft nach oben.
Q: Sie haben noch garnichts zur sportlichen Situation der Ice Pilots gesagt ?
A: Wie schon erwähnt, dafür ist der Vorstand nicht verantwortlich. Aber unter unserem Trainer Christian Urban, mit dem wir hoffentlich noch länger zusammen arbeiten können, wird seit mehr als 2 Jahren ein bemerkenswert professionelles Training durchgeführt. Wenn sich das nicht am Ergebnis in der Liga ablesen lässt, ist das eher der Übermacht der hochgerüsteten Teams in der Extra-DTL geschuldet. Wir haben für uns beschlossen, nicht gezielt hochklassige Spieler zu holen, sondern stattdessen unsere jungen Spieler auszubilden. Dem dient auch der kontrollierte Abstieg in die Super-DTL.
Q: Es heißt Sie stehen auch noch selbst auf dem Eis. Wie steht es mit Ihren eigenen sportlichen Ambitionen ?
A: Sicherlich war es verwegen, mit 45 Jahren noch selbst anzufangen zu spielen. Da halfen auch die 5 Jahre Eisschnelllauf in der Kindheit nicht viel. Man wähnt sich immer etwas besser als man wirklich ist und hofft auf den großen Moment der Inspiration. Letztendlich muß einem jedoch im Vergleich mit 10-20 Jahre Jüngeren klar werden, daß man dem Alter Tribut zollen muß. Aber solange die Ärzte mitspielen und ich nicht, weil störend, vom Eis geschickt werde, habe ich weiterhin vor, regelmäßig mitzutrainieren und auch bei Freundschaftspielen auszuhelfen.
Q: Na dann wünschen wir alles Gute und danken für das Gespräch.